Streifzug mit der App DB Ausflug:

Wandern und kraxeln auf Lilienstein und Gamrig

M. Schmidt VVO ©

Glücksmomente auf den Gipfeln

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Der prunkliebende Kurfürst und Kunstmäzen Friedrich August I. - besser bekannt als "August der Starke“ - wäre im Mai 350 Jahre alt geworden. Auf dem Lilienstein in der Sächsischen Schweiz erinnert heute ein Obelisk daran, dass eigens für den Aufstieg Augusts Stufen in den Stein gehauen wurden. Zwar nicht zum Jubiläum, aber dennoch passend für diesen runden Geburtstag, ist auf der Festung Königstein im Elbsandsteingebirge jetzt außerdem wieder eine Sonderausstellung geöffnet, bei der August eine Rolle spielt. Denn auf der Festung feierte er mit dem sächsischen Hof gern rauschende Feste, brachte hinter ihren starken Mauern in Notfällen aber auch den sächsischen Staatsschatz oder seinen Porzellan-­Erfinder Johann Friedrich Böttger in Sicherheit.

Sächsische Schweiz für Aktive als auch Kulturinteressierte

Somit bietet ein Ausflug in die Sächsische Schweiz gleich zweierlei: Für Aktive eine Wander-­ und Kraxeltour hinauf auf den Gamrig und den Lilienstein, für Kulturinteressierte die Ausstellung auf der Festung - oder Sie verbinden einfach beides und planen ein schönes Wochenende vor Ort. Denn am S-­Bahnhof Königstein muss man sich zunächst entscheiden, ob man den Fußweg zur Festung nimmt oder mit der Fähre über die Elbe setzt und die Wander­/Klettertour unternimmt.

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Trittsicherheit und Trekkingschuhe sind dabei gefragt, denn das Gelände ist teilweise steil. Zudem ist das Gipfel­plateau auf dem Gamrig im Gegensatz zu vielen anderen Steinen nicht mit Geländern gesichert. Jedoch werden Sie nach dem schweißtreibenden Aufstieg reich belohnt mit herrlichen Sichten ins weite Elbtal! Unterwegs können Sie zum Beispiel in der Felsbaude auf dem Lilienstein einkehren, doch ein Rucksack mit Getränken, Imbiss und Fotoapparat sollte mit dabei sein.

Kurort Rathen entdecken

Highlight der Tour ist neben den beiden Fahrten mit den Fähren über den Elbstrom auch der kleine Kurort Rathen, dessen schmucke Häuser sich an die Felswände schmiegen. Fahren Sie also mit dem Regional-Express oder mit der S-­Bahn bis zum Bahnhof Königstein und starten Sie hier die Zehn-Kilometer-­Erlebnis-Tour. Es sind nur wenige Schritte zur Fährstelle Königstein.


Hier bringt Sie die Fähre F6 täglich von 5.30 bis 22.50 Uhr je nach Bedarf ans andere Ufer. Wenige Meter rechter Hand beginnt der serpentinenhafte Weg hinauf in den Königsteiner Ortsteil Ebenheit. Oben angekommen liegt er majestätisch vor Ihnen: der Lilienstein und gegenüber die Festung Königstein mit ihrer 9,5 Hektar großen Festungs­anlage.

Aufstieg zum Sandsteinfelsen Lilienstein

Nach kurzem Verschnaufen geht es vis­à­vis vom Panoramahotel über den Feldweg in den Wald. Folgen Sie hier einfach dem ausge­schilderten "Südaufstieg“ über Stufen, Treppen, Leitern. Der imposante, weithin sichtbare Lilienstein gehört zu den markantesten und meistfotografierten Sandsteinfelsen in der Sächsischen Schweiz. Sein Gipfel liegt in 415 Metern Höhe und hat ein großes, bewaldetes Plateau.

Im Mittelalter, um 1200, stand hier eine kleine Burg, wie Ausgrabungen von Mauerresten und Funde belegen. Im Jahre 1379 tauchte dann erstmals der Name "Ylgenstein“ auf - der Lilienstein hat also nichts mit der Blume zu tun. Wieder hinunter geht es über den Nordaufstieg, durch den Wald und dann den Kirchweg entlang durch Felder und Wiesen in Richtung Waltersdorf.

Sie erreichen die Liliensteinstraße und laufen durch den Ort. Kurz vor dem Ortsausgang biegen Sie links in die Rathener Straße, passieren einen Parkplatz und folgen dann der Ausschilderung zum Einstieg in den Gamrig. Dieser ist eine kleine Felsgruppe zwischen Waltersdorf und dem Kurort Rathen. Die Rathener bezeichnen ihn gern als ihren "Hausberg“.

Ausblick auf das Elbtal

Seine Spitze liegt auf 253 Metern Höhe, rund 300 Stufen sind es bis oben. Der berühmte Maler Caspar David Friedrich hatte den Gamrig 1808 gezeichnet und das Motiv der Felsgruppe für sein Bild "Wanderer über dem Nebelmeer“ verwendet. Das Plateau bietet einen weiten Blick zu Lilienstein, Festung Königstein, Bastei und auf das Elbtal.

Durch den Aspichgraben geht es nun hinunter in den Luftkurort Rathen. Kleine Cafés, Gasthäuser und Läden liegen am Wegesrand. Besonders schön sitzt es sich auf der kleinen Promenade am Elbufer mit Blick auf den Fluss, den Lilienstein und die Elbfähre. Mit ihr gelangen Sie zum Bahnhof am anderen Elbufer, von wo aus Sie wieder bequem zurück nach Dresden kommen.

Anreise

Hinfahrt:
z. B. mit dem RE5 um 7.18 Uhr von Berlin Hbf bis Elsterwerda, Ankunft um 9.18 Uhr.
Um 9.43 Uhr weiter mit der RB31 bis Dresden Hbf, Ankunft um 10.43 Uhr. Von dort fährt die S1 bis Königstein (Sächsische Schweiz).

Fahrzeit:
etwa viereinhalb Stunden

Zur Reiseauskunft

Entlang der Route

Sonderausstellung auf der Festung Knigstein

Die Sonderausstellung mit dem Titel "Hohe Gäste auf Sachsens schönster Feste“ dreht sich - wie der Name schon sagt - um hohen Besuch im Lauf der Jahrhunderte. Mit August dem Starken hat vor allem der Ausstellungsteil mit seiner Personenwaage zu tun: Im Johannissaal, dem heutigen Neuen Zeughaus, ließ August 1712 eine Personenwaage installieren. Mit dieser wurde bei höfischen Festen zur allgemeinen Unterhaltung das Gewicht der Gäste festgestellt.

Diese höfische Tradition wurde noch bis ins 20. Jahrhundert fortgeführt. Die über Jahrzehnte verschollene Balkenwaage wurde im Jahr 2019 bei Aufräumarbeiten im Keller der Alten Kaserne wiederentdeckt und restauriert. In der Ausstellung wird sie gemeinsam mit ausgewählten Einträgen aus dem "Wiegeverzeichnis“ präsentiert.

Info
Aufgrund der Corona-Pandemie werden keine Audioguides ausgegeben und keine Führungen angeboten.

festung-koenigstein.de

Eisenbahnwelten im Kurort Rathen

Am linksseitigen Ufer der Elbe präsentiert sich auf 7.500 Quadratmetern die barrierefrei zugängliche Garteneisenbahnanlage im Maßstab 1:25. Die originalgetreuen Modelle drehen auf einer Gleislänge von 4.600 Metern ihre Runden, vorbei an 225 Miniatur-Sehenswürdigkeiten wie Moritzburg und Burg Stolpen und Nachbildungen historischer Bahnhöfe. Auch ein Stück echte Schweiz gibt es hier: den Glacier-Express und das Matterhorn mit dem berühmten Viadukt.

Info
Täglich ab 10 Uhr geöffnet. Letzter Einlass 17 Uhr.
Es gelten die vorgeschriebenen coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln.

eisenbahnwelten-rathen.de

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